Ohne Titel

sonst wird noch was erwartet


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Mein erster freier Abend

Es ist irgendwie seltsam.

Ich war mit einem Kumpel verabredet bei dem sich kurzfristig die Pläne zwischen 20 und 23 Uhr geändert haben.

Eigentlich war ich ja schon fast überrascht das er überhaupt Zeit für mich hatte.

Ich bin in meiner neuen, alten Stadt. Ich kenne Leute, aber weniger als damals. Ich kann manche fragen ob sie Zeit haben aber nicht alle. Ich habe zu machen ein seltsames Verhältnis zu manchen ein einfach zu oberflächliches (als das ich mich trauen würde)

Eigentlich habe ich hier nur 3 Menschen die ich fragen würde. Und selbst da wäre es mir nicht bei allen immer recht.

Also sitze ich hier an meinem Laptop in einem Café mit Internet mit einem Bier, Ich schreibe ein wenig Code und geniesse es trotz allem einfach mal Abends eine Auszeit zu haben.

Das ist das erste Mal seit der Geburt meines Kindes.

1,5 Jahre keinen Abend wirklich frei.

Klar bin ich auf Bereitschaft. Der Abend heute ist ein Testlauf ob ich Abends arbeiten kann.

Aber trotz allem tut es unglaublich gut.

Eine Freiheit die ich nur am Rande vermisst habe, die sich hier aber umso größer anfühlt.

Ich weiss aktuell noch nicht wie wir das hinbekommen, aber ich werde mein bestes geben und versuchen mitten in diesem organisatorischen Wirrwarr noch ein Leben zu haben. Und eines zu geben für meinen Partner.

Ich sitze hier und warte auf eine Nachricht das es nicht mehr geht. Dass das Kind zu anstrengend ist und ich nach Hause soll.

Manchmal frage ich mich wann ich wirklich entspannt von zu Hause weg sein werde. So ganz allein.

Das perverse ist ja: ich fühle mich unvollständig.

So sehr ich die Berührungen manchmal einfach nicht mehr ertrage und eine Auszeit brauche.,. So sehr fühlt es sich richtig an bei meinem Kind zu sein. Das Lächeln zu sehen und sich Dinge einfallen zu lassen um es hervor zu zaubern.

Damit meine ich gar nicht mich als Person. Verdammt ich hab genug mit mir selbst zu tun wenn es darum geht heraus zu finden wer ich eigentlich bin und ich brauche diese Zeit auch!

Aber wenn ich dann wieder zurück komme fühlt es sich auf einmal an als hätte ich einen Teil zurück gelassen. Vielleicht auch um den Fokus auf andere Dinge legen zu können, aber dennoch war es ein Teil von mir von dem ich glücklich bin ihn wieder zu haben.

Ich bin gerne allein. Ich muss manchmal allein sein, schon weil ich dann niemanden ertrage. Aber danach bin ich umso mehr bereit andere an meinem Leben teilhaben zu lassen.

Das gilt sowohl für meinen Partner als auch für mein Kind.

Ich möchte beide aktuell nicht missen (auch wenn ich es meinem Partner zur Zeit wirklich gönnen würde noch andere Partner zu haben die ihm mehr zu bieten haben)

Aber auf eine verquere Art und Weise, bei der ich ängstlich hier sitze und noch nicht weiss wie wir das schaffen wollen

freue ich mich

auf ein neues Abenteuer

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