Ohne Titel

sonst wird noch was erwartet


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Essen ist doof

Ich hasse es manchmal das ich essen muss. Ich hasse es nochmehr wenn ich es nicht einfach kann. Manchmal ist es einfach das Timing – Kind schreit, unterwegs, sonstwie beschäftigt – aber meistens ist es der Kopf. Ersteres führt auch gerne zu letzterem. Das Problem hierbei ist das ich manchmal erst sehr akut bemerke das ich Hunger habe und dann sollte ich etwas essen. Schnell. Sonst kippt es.

Eigentlich hatte ich das doch alles wieder unter Kontrolle. Eigentlich konnte ich zur Zeit doch wieder essen. Im Gegenteil, ich hatte Fressattacken. Auch nicht gut, aber immerhin hab ich dann Energie (ha ha ha..). Und dann hab ich abgenommen. Ohne es zu wollen, ohne etwas zu tun, trotz vielem Essen, weil halt anstrengende Tage. Viel schlimmer: Ich habe es bemerkt.

Mein Problem war meist nicht das ich abnehmen wollte. Mein Problem ist die riesige Angst wieder zuzunehmen. Und diese Angst hält sich so hartnäckig, ist so fest eingebrannt in die tiefsten Zellen meines Hirns. Dort wo die Zahlen sitzen, wo die Listen verwaltet werden und der große rote Alarmknopf wartet. Die Abteilung ist vielleicht manchmal unterbesetzt, vll machen die Zuständigen ja auch gerade Pause, aber geschlossen wurde sie nie. Gerade scheint sich alles ruhig einzupendeln, das Gewicht recht stabil und mein “be body positiv” wirkungsvoll genug um damit leben zu können. Aber dann werde ich ausversehen dünner und der Alarm geht wieder los. Und die Angst. Diese scheiß Angst die vor jedem Essen anfängt zu rechnen, die abwägt und Panik macht. Panik das es nicht das richtige ist – alles muss optimiert sein, denn danach gibts nix mehr Baby – das es zu viel ist oder das schlimmste eintritt: das es nicht satt macht. Weil am schlimmsten ist es wenn das Essen nicht satt macht. Nichts mehr essen zu können weil das Hirn sagt es sei genug und sich gleichzeitig dafür hassen überhaupt gegessen zu haben. Es war eine Fehlentscheidung. gefangen im essen wollen und nicht essen wollen gleichzeitig. Und mit jedem Mal wird die Angst größer. Die Angst davor nicht satt zu werden. Also isst du nicht, solange hast du nichts falsch gemacht und alles ist noch möglich.

Und so sitze ich hier, mit einem Kind das auf mir herumturnt und esse nicht. Wenn heute ein guter Tag ist werde ich später essen wenn die Angst leiser wird, weil die Energie ausgeht um sie zu haben. Wenn nicht fange ich morgen von vorne an.

Zum Glück geht es mir inzwischen besser. Ich werde wahrscheinlich nicht weinend zu Bett gehen. Ich werde morgen wirklich als Chance wahrnehmen können und ich werde mein Essen morgen nicht mit dem von heute ver(=an)gleichen, weil ich weiss das es nicht gut ist. All das habe ich hinter mir gelassen, aber es nervt immer noch so sehr hier zu sitzen und nicht essen zu können. Weil ich mich bedroht fühle bei dem Gedanken zu essen, weil das Kind neben mir schreit und ich diesen scheiß Tag einfach nur noch hinter mir gelassen haben will

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