Ohne Titel

sonst wird noch was erwartet

Misogynie verlernen und Identität

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[Ich rede im Folgenden bewusst von “Männern” und “Frauen” im Kontext des binären gesellschaftlichen Konstrukts – Konkret hat es sich falsch angefühlt von Frauen* zu reden wenn meine damalige Sicht auf die Welt von eben jener Dualität geprägt war und zu meinem Problem beigetragen hat]

Feminismus hat mich in doppelter Hinsicht dazu gebracht mein Dasein als genderqueeres Menschi zu sehen.

Zum einen (offensichtlich) durch Informationen. Durch mehr Wissen um Geschlechter konnte ich mich meinem Eigenen neu nähern und es erforschen (ein nicht endender Prozess, aber nicht mehr so einschüchternd wie Anfangs, sondern mehr als Teil meiner selbst)

Das Andere war etwas weniger offensichtlich, aber nicht weniger wichtig. Indem ich gelernt habe Frauen als Menschen zu sehen. Das klingt jetzt erstmal drastischer als es ist, aber früher waren Frauen “das Andere” und ich musste mich aktiv abgrenzen. Nachdem eins in dieser Gesellschaft belohnt wird nicht zu sein “wie die anderen Frauen”, bin ich damit auch lange gut gefahren.
[Da als Frauen* gelesene Personen sich eigentlich eh viel freier mit ihrer* Fluidität spielen (was zu viel Erasure führt) “dürfen” ist es fast verwunderlich das ich trotzdem lange Zeit als zu männlich abgestempelt wurde. Waren wohl nicht die gesellschaftlich gern gesehenen Aspekte.]

Bis ich dann eben zu dem Punkt kam
a) Was ist denn diese ominöse Einheitsmasse “Frauen” überhaupt?
b) Warum soll es schlimm sein so zu sein?

Ich hatte da auch viel gefressen und die Erkenntnis das “Frau-sein” nicht eine einzige Erfahrung ist und das Dinge die feminin gelesen werden (in unsere Gesellschaft) nicht schlecht sind war schon ein echtes A-ha Erlebnis.

Und ich konnte endlich Frieden schliessen. Frauen* nicht mehr vorverurteilen sondern ihnen das gleiche Recht zugestehen das ich Männern immer zugestand: Einzigartig zu sein.

Warum mir das geholfen hat mich selbst zu entdecken? Weil ich nach all dem merkte, dass ich mich trotzdem nicht dazu gehörig fühlte. Das hatte nichts mehr mit “nicht wie die Anderen” zu tun. Das war etwas Anderes. Das war tiefer.

Parallel lernte ich von nicht-binären Identitäten und Menschen und ich wurde neugierig. Eine völlig neue Welt tat sich auf. Plötzlich gab es Menschen die offen da standen und sagten “nö” und ich fing an zu überlegen ob ich mich eigentlich als “Frau” sah weil ich eine war, oder ob ich das nur in Ermangelung an Alternativen tat. Und kam zu dem Schluss das es letzteres ist.

Zu lernen das es völlig okay ist “weder-noch” zu sein war ein großes Geschenk und es geht mir soviel besser seitdem mit mir.

Jetzt beginnt der große Kampf für diese Identität einzustehen. Ich komme in kleinen Schritten voran (Therapeutin, KiTa, Freunde,..) aber es geht voran. Und das fühlt sich gut an.

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